Zeitungsauszüge und Bilder

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NR. 258

DIENSTAG, 6. NOVEMBER 2001 7

Zusammen mit Kindergärtnerin Wiebke K.  bastelten die vierjährige Franziska (links) und die siebenjährige Elisa beim Basar im Waldorfkindergarten in Witzenhau-sen, (Foto: stk)

Die Welle der Basare läuft langsam an

WITZENHAUSEN  • Mit dem

November beginnt auch wieder die Zeit der Basare. Zu den ersten gehörte der im Waldorf kin-

dergarten, der am Samstagnachmittag stattfand. Zum Kauf angeboten wurde Kreatives aus dem Waldorfbastel-

kreis,   Holzspielzeug,   Bücher und vieles mehr.

Die Kinder konnten nach Herzenslust   basteln,   es   gab

Kaffee und Kuchen und eine Tombola. Außerdem wurde ein Puppenspiel für Groß und Klein gezeigt. (stk)


Wer naschen will, muss vorher säen

Waldorf-Gartengruppe trifft sich wöchentlich

WITZENHAUSEN • Das Naschen ist eigentlich am Schönsten, findet Nora. Am liebsten Erdbeeren. Oder doch lieber Himbeeren? Egal, denn wer im Waldorf-Kindergarten süße Früchte oder herzhaftes Gemüse kosten will, muss auch ein wenig beim Säen, Pflegen und Ernten helfen. Das können Kinder nicht? Doch, und es macht ihnen sogar Spaß. Weil auch Mama und Papa bei der Gartengruppe mitmachen.

Leiter des wöchentlichen Eltern- und Kindertreffs ist Hartmut Wolter. Heute pflanzt er mit seiner Tochter Nora (6) und dem fünfjährigen Felix einen Himbeerstrauch ein. Im Garten des Kindergartens ist nämlich immer was zu tun: Bäume und Sträucher schneiden, Rasen mä-

Profis: Nora gräbt, Felix stützt lässig den Strauch, Hartmut Wolter und Christiane Lohmann helfen ihnen. foto: bretzler

hen oder Zäune reparieren. Die Kinder helfen ihren Eltern oder ahmen sie spielerisch nach. „So lernen sie, ihrer Umwelt mit Respekt zu begegnen", sagen Bianca Niehaus und Christiane Lohmann vom Kindergarten-Vorstand. Wichtig ist ihnen auch, dass „Eltern ihre Kinder nicht einfach abgeben, sondern die Kindergartenarbeit aktiv mit unterstützen".

Für die Kleinen ist es außerdem ein tolles Erlebnis, die selbstgezogenen Erbsen, Rüben, Mohren oder Kartoffeln zu ernten und in der Kindergartenküche gemeinsam mit den Erzieherinnen zuzubereiten. „Natürlich reicht das angebaute Gemüse nicht für alle aus, aber es gibt wenigstens nicht nur gekaufte Sachen aus dem Supermarkt", sagt Bianca Niehaus. Der Waldorf-Kindergarten und die verschiedenen Elterngruppen präsentieren sich auf der Wit-zenhäuser Woche mit einem Info-Stand. Interessierte Eltern können heute und morgen zwischen 9.30 und 18 Uhr in der Ermschwerder Straße, Höhe Edeka-Markt, vorbeischauen. Für Kinder gibt es Früh-lingsbasteln. Weitere Auskünfte erteilt der Waldorf-Kindergarten, Am Nordbahnhof 2, unter  05542/ 999 550. Geöffnet ist montags bis freitags von 7.30 bis 8.30 und 12.30 bis 14 Uhr. kbr


 

Grundschule Witzenhausen Klasse 1b

FOTO: D. APEL

Klassenlehrerin Juliane Hille-brand mit ihren Erstklässlern Jennifer Bergung, Klemens Bo-de, Deniz Boztepe, Esma Bulut, Mariya Chernovol, Burcu Erdo-

gan, Christine Erfurth, Kevin Hildebrand, Marie Koch, Domi-nik Krug, Sascha Rheinländer, Angelina Ruder, Anton Sapo-schenkov, Tim Schäfer, Celin

Scherb, Nina Schmidt, Nicole Schuster, Marie-Luise Stickler, Hannah Weis, Annika Werwach.


Bilsteinschule Großalmerode, Klasse 1a

Klassenlehrerin Ingrid Alden-hoff mit ihren Erstklässlern Tobias, Tobias, Felix, Thomas,

Aischa Sophie, Martin, Marie, Anna, Thomas, Celina, Sebastian, Pascal, Marie-Ciaire, An-

na-Lena, Franziska, Sarah, Se-lina, Shanis, Anna-Lena.

FOTO: DEMMER


Lindenhof schule Gertenbach, Klasse 1

Klassenlehrerin Cornelia Klaer

mit ihren Erstklässlern Michel-le Marie Beier, Lisa-Marie Dörrig, Sarah Fritz, Berrjamin Guck, Anton Henke, Matteo Hille-

brand, Svetlana Hörn, Carolin Ludewig, Christin Ludewig, Lu-na Sara Munoz-Fehrmann, Jen-nifer Kichert (nicht auf Foto), ' Freya von Wussow (nicht auf

Foto),  Fabian Weiland,  Julian Weiland, Ansgar Wied.


Gelstertalschule Hundelshausen,

Klasse 1b

Klassenlehrerin Irene Zielenski

mit ihren Erstklässlern Susanne Arand, Lukas Dahms, Tim De-mus, Sina Drescher, Lea Dürer,

Felix Freund, Tobias Gunkel, Melina Haus, Christian Henze, Jens Kairies, Philipp Katzwinkel, Finn Lahme, Dennis Mosig,

Carolin Naahs, Jan Ritter, Johan Schul, Frauke Schroer, Yannis Teller, Leonie Träbing, Adrian Wilhelm. FOTO: ZHD

Noch obliegt Ellas Windus aus Eschwege der Obhut seiner Mutter. In der Schule muss er sich dann selbst behaupten.

Buchbinden:   Kurt Gebhardt zeigt Simon und Julius im Waldorfkindergartenen seine Kunst.

FOTO: INGA EISEL

Kinderlachen und Kaffee

Herbstbasar des Waldorfkindergartens mit Attraktionen für die ganze Familie

WITZENHAUSEN. Hier kann man sich immer sicher sein, ein großartiges Kuchenbüfett vorzufinden. Mit diesem positiven Vorurteil über die kulinarischen Attraktionen ziehen die Veranstaltungen des Waldorfkindergartens stets zahlreiche Gäste an. Dieser gute Ruf hat sich beim Herbstbasar am vergangenen Samstag mal wieder bestätigt. Vom Apfelstrudel bis zur Sahnetorte waren alle Kuchen vorzüglich.

Dies alleine wäre schon ein Grund für den Besuch. Doch die zahlreichen Gäste konnten sich auf weitere Attraktionen

freuen. Für den Gabenbaum zu Weihnachten gab es viel Wertvolles zu erstehen. Die Bastelgruppe der Eltern verkaufte .Holzspielzeug, filigrane Teelichthalter und kleine Püppchen. Daneben wurden Aquarelle, Bücher und Honig zum Kauf angeboten. Wer sich lieber auf sein Glück verließ, versuchte sich an den Tombolalosen. Spenden der Eltern und verschiedener lokaler Geschäftsleute hatten den Tombolatisch gefüllt.

Bei all diesen Angeboten konnten die Kinder ihre Eltern beruhigt stehen lassen

und sich den verschiedenen Aktivitäten widmen. Marita Matthieu und Mareike Blum präsentierten die Geschichte Frau Holles als Puppenspiel. Weitere Erzieherinnen boten Basteleien mit Naturmaterialien wie Äpfeln und Nüssen an. Draußen begaben sich die wetterfest gekleideten Kinder auf Schatzsuche im Sandfass. Ein besonderes Highlight schließlich war die Vorführung der Buchbindekunst. Jedes Jahr hat der Basar des Waldorf-Kindergartens etwas Besonderes, weil sich immer neue Eltern zur Verfügung stellen,

um ihre speziellen Kenntnisse zu zeigen. In diesem Jahr war es Kurt Gebhardt, der Kindern und Eltern das Buchbinden vorführte. Seine Vorführungen stießen auf großes Interesse seitens aller Besucher. .

Der Festvorbereitungsaus-schuss des Kindergartens hatte sich große Mühe gegeben, ein abwechslungsreiches Angebot an Ständen und Aktivitäten für den Herbstbasar zusammenzustellen. So zeigte sich wiederum, dass der Besuch des Waldorfkindergartens nicht nur wegen des guten Kuchens ein Gewinn ist. (ZIS)


Herbstbasar

mit Basteleien

und Puppenspiel

WITZENHAUSEN. Zur Jahreszeit passende Basteleien werden auf dem Herbstbasar im Waldorfkindergarten Witzen-hausen, Von-Lorenz-Weg 12, am Samstag, 13. November, von 13 bis 17 Uhr verkauft. Es gibt außerdem Kulinarisches und ein buntes Rahmenprogramm mit Puppenspiel, Tombola und verschiedenen Bastelangeboten für Kinder.

Zudem soll der Nachmittag Einblick in Leben und Arbeit des Kindergartens mit Waldorfpädagogik gewähren. (NH)


Frühligswecken

Kinder weckten Blumen und Knospen auf

WITZENHAUSEN. Pünktlich mit den ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres weckten jetzt die Kinder des Waldorfkindergartens Witzen-hausen mit ihren Erzieherinnen und Eltern die Natur um Witzenhausen auf einem ausgedehnten Spaziergang auf. Jedes Kind trug dazu einen Stecken, der mit bunten Bändern, grünen Zweigen und einem kleinen Glöckchen geschmückt war. Gemeinsam spazierten die Kinder durch

die Natur, sangen Frühlingslieder und versuchten, so manche Knospe und Blume aus ihrem Winterschlaf zu erwecken.

Wer Näheres über das Frühlingswecken des Waldorfkindergartens und zu weiteren Festen des Kindergartens in diesem Jahr erfahren möchte, kann das am Stand des Waldorfkindergartens im Stadtpark, auf der Witzenhäuser Woche erfahren. (NH)

Montag 25. April 2005


Schätze im Sand

„Sind das echte Edelsteine?" fragt der Junge und hält ein Teesieb in die Höhe. Drin funkelt's und glitzert's in allen Farben. Und tatsächlich: Bei der Schatzsuche in der mit Sand gefüllten Zinnwanne, beförderte wer kräftig siebte echte Edelstein-Splitter zu Tage. Prompt siebten die Kinder wie verrückt. Ausgedacht hatten sich das Spiel die Erzieherinnen des Waldorf-Kindergartens. An ihrem Stand konnten die Kinder auch Blumentopf e bemalen und Schnecken aus Wachs kneten. Alle Schätze durften die Entdecker natürlich mit nach Hause neh-

Schatzsuche im Sand: In dieser Wanne waren viele kleine Glitzersteine versteckt. Tolle Idee des Waldorf-Kindergartens.   foto: bretzler


Loblied auf die Kartoffel

Kinder des Waldorfkindergartens halfen bei der Ernte auf Gut Fahrenbach

FAHRENBACH. Am Montag war es wieder so weit: Der Waldorfkindergarten Witzen-hausen feierte ein Kartoffel-fest. Dazu fanden sich die Kinder samt ihren Eltern auf einem Kartoffelfeld des Landwirts Hans-Jürgen Müller vom Gut Fahrenbach ein, um bei der Ernte tatkräftig mitzuhelfen.

Zur Einstimmung sangen alle erst einmal das lustige „Loblied auf die Kartoffel". Die mit dem Schlepper gerodeten Kartoffeln wurden die Körbe aufgesammelt und auf den Hänger gekippt.

Alle waren erstaunt, wie schnell sie gemeinsam vorwärts kamen. Viel Freude gab es unter den Kleinen und Großen bei der Entdeckung außergewöhnlicher Kartoffelexemplare, die stolz in einem eigens dafür vorgesehenen Korb landeten.

Nach vollbrachter Arbeit war Zeit für ein Vesper auf ausgebreiteten Decken mit wunderschönem Blick auf Rossbach und Umgebung. Ein Kartoffelfeuer durfte natürlich auch nicht fehlen und die ersten Kartoffeln wurden frisch vom Acker darin gegart. So schmecken Kartoffeln be-

Kartoffelernte: Mitfahern auf dem Schlepper war besonders beliebt.

FOTO:

sonders lecker! Noch dazu sausten Drachen durch die Lüfte. Die Stimmung zeigte

ganz deutlich: Der Herbst ist greifbar nah. Kinder, Eltern und Erzieherinnen wollen im

nächsten Jahr wieder helfen. Das versprachen sie die Gastgeber. (EG)

Lecker: Kartoffel im Lehmmantel

Kartoffelfest des Waldorfkindergartens Witzenhausen auf dem Hutzelberghof

Das erste Fest im neuen Kindergartenjahr begann tatkräftig. Nach gemeinsamer herbstlicher Einstimmung beim Singen zogen Kinder, Eltern und Erzieherinnen hinter dem Siebroder über den Kartoffelacker und füllten Eimer um Eimer mit Kartoffeln der Sorte Granola. Die „guten ins Töpfchen", alle angefressenen, grünen und beschädigten Kartoffeln schmecken bald den Schweinen. Den Schweinen vom Hutzelberghof, der in diesem Jahr zum ersten Mal Gastgeber des alljährlichen Kartoffelfestes des Waldorfkindergartens Witzenhausen war.

Nachdem alle Kartoffeln aufgelesen und die ulkigsten davon bestaunt waren, begaben sich auch die Unermüdlichsten zum schon knisternden Feuer am Feldrand. Daneben waren in einer Jurte ein gemütlicher Sitzkreis aus Strohballen aufgebaut und die mitgebrachten Speisen aufgetischt.

Die Kartoffeln sollten natürlich auch probiert werden, so gab es sie ganz rustikal im Lehmmantel. Dazu rührte Lilith, die Gärtnerin vom Hutzelberghof, eine Lehmmischung an, mit der man auch Häuser verkleiden kann. Heute aber wurden die Kartoffeln darin eingehüllt bzw. eingematscht und in die Glut gelegt. Hefeteig für Stockbrot gab es auch und so wurde es bald eng ums Feuer. Stockbrote und Kartoffeln garten und alle genossen das schöne Beisammensein. Ais altes aufgegessen war, gab es einige Schlepperfahrten auf dem Anhänger für die Kinder und die Kartoffeln wurden noch eingelagert. Einen Teil ihrer Ernte und ein stimmungsvolles Herbsterlebnis nahmen die Kinder mit nach Hause.

Das nächste öffentliche Fest des Waldorfkindergartens wird der Herbstbasar am 12. November sein.

Für interessierte Eltern: Es gibt noch einige freie Kindergartenplätze für Kinder ab 34 Monaten. Tel. 05542/999550


Infoabend über Waldorfschule

WITZENHAUSEN/ESCHWEGE.

Einen Informationsabend über die Waldorfschule in Eschwege gibt es heute ab 20 Uhr im Waldorfkindergarten in Witzenhausen. Als staatlich genehmigte Schule in freier Trägerschaft nahm im Jahr 1997 die Freie Waldorfschule Werra-Meißner in Eschwege ihren Schulbetrieb auf und ergänzte das in der Region vorhandene Bildungsangebot. Die Waldorfschule ist eine allgemein bildende Schule mit den Jahrgangsstufen eins bis elf.

Wie es weiter geht und welche Abschlüsse erreicht werden können und wie die Bildungsarbeit bereits vor der Schule im Waldorfkindergarten funktioniert, erfahren die Besucher des Infoabends in Witzenhausen von den Lehrern der Waldorfschule. (NH)  Infoabend: Thema Waldorfschule, heute ab 20 Uhr, Waldorfkindergarten, Witzenhausen, Von-Lorentz-Weg 9.


Kartoffeln in Lehm

Fest des Waldorfkindergartens auf dem Hutzelberghof

WITZENHAUSEN. Das erste Fest im neuen Kindergarten-Jahr des Waldorfkindergartens begann tatkräftig. Nach gemeinsamer herbstlicher Einstimmung beim Singen zogen Kinder, Eltern und Erzieherinnen hinter dem Siebro-der über den Kartoffelacker des Hutzelberghofs. Eimer um Eimer füllten sie mit Kartoffeln der Sorte Granola - ganz nach dem Motto „Die guten ins Topf chen", denn alle angefressenen, grünen und beschädigten Kartoffeln schmecken bald den Schweinen.

Der Hutzelberghof war erstmals Gastgeber des alljährlichen Kartoffelfestes des Waldorfkindergartens • Wit-zenhausen.

Nachdem alle Kartoffeln aufgelesen und die ulkigsten davon bestaunt waren, begaben sich die fleißigen Helfer zum knisternden Feuer am Feldrand.

Daneben war ein gemütlicher Sitzkreis aus Strohballen aufgebaut. Mitgebrachte Speisen wurden aufgetischt und auch die Kartoffeln soll-

ten probiert werden. Sie wurden ganz rustikal im Lehmmantel serviert.

Dazu rührte Lilith, die Gärtnerin des Hutzelberghofs, eine Lehmmischung an. Darin wurden die Kartoffeln eingehüllt und in die Glut gelegt. Dazu gab es Hefeteig für Stockbrot. Anschließend wurden die Kartoffeln noch eingelagert. Einen Teil der Ernte

durften die Kinder mit nach Hause nehmen.

Zum nächsten öffentlichen Fest lädt der Waldorfkindergarten für Mittwoch, 12. November ein. Dann findet der Herbstbasar statt. (NH)

^Information: Es sind noch Plätze für Kinder ab zwei Jahren frei. Auskunft unter V 055 42/9 99 55

Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten zu den Schweinen: Kinder, Eltern und Großeltern sammelten beim Kartoffelfest auf dem Hutzelberghof Kartoffeln der Marke Granola ein. foto: nh


Wenn der wilde Willi wuselt

Vorbeugung vor Gewalt demnächst auch in Witzenhäuser Kindergärten

WITZENHAUSEN. Der wilde Willi wuselt ständig herum. Den ruhigen Schneck nervt das gewaltig, er zieht sich in sein Haus zurück. Dabei will Willi doch nur spielen. Schneck und Willi sind die beiden Handpuppen, die die Kinder in den Witzenhäuser Kindertagesstätten demnächst kennen lernen werden. Sie gehören zu einem Präven-tionsprogramm gegen Gewalt namens „Faustlos".

Am Samstag ließen sich Erzieherinnen aller zwölf städtischen und freien Kindergärten sowie der Grundschule Witzenhausens damit von Pädagogin und Psychotherapeutin Christiane Uhl (Küchen) vertraut machen. Zwar wird den Erzieherinnen viel Gestaltungsraum gelassen, doch nach einem Trainingsprogramm müssen sie sich schon richten, wenn sie den Kindern den Umgang mit Ärger, Wut und Gefühlen- nahe bringen

wollen. Und dazu gehört, mit den Puppen Spielszenen nachzustellen, um den Kindern kinderleicht Gefühle zu zeigen.

Ziel der Erziehung gegen Gewalt ist, das Sozialverhalten der Kinder ] auf  Dauer  zu verändern. Impulsives     und angriffslustiges   Verhalten soll     vermindert,    soziales

Denken und Handeln erhöht werden. Dazu dienen 51 Lektionen mit Spielen, Musik, Bewegung, Rollenspiel und Meditation. Neben den Tierfiguren zeigen große Bilder von

Hintergrund

Zur Erprobung des hessischen Bildungs- und Erziehungsplanes für Kinder bis zehn Jahren mit dem Projekt Faustlos geben die Stadt Wit-zenhausen und der Werra-Meißner-Kreis im nächsten Jahr jeweils 2500 Euro aus. 400 Euro kostet ein Faustlos-Materialkoffer mit Trai-

ningsprogramm, Tierpuppen und Gefühlsbildern. Jeder Kindergarten bekommt einen. Einen Koffer hat der SPD-Landtagsabgeordnete Lothar Quanz gestiftet. Sein CDU-Kollege Dirk Landau, der 100 Euro,spendete, will sich um weitere Finanzhilfe vom Land bemühen. (SFF)

Kindern deren Gemütszustände und Gefühlslagen. Einmal pro Woche sollen ab dem nächsten Jahr Willi und Schneck in den Kindergärten jeweils eine Dreiviertelstunde ihren Auftritt haben.

Das Projekt soll den Kindern den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule erleichtern. Der sei in den vergangenen Jahren immer mehr Kindern immer schwerer gefallen, erläutert die mit der Gesamtleitung der städtischen Kindertagesstätten betraute Monika Winkelbach. Und Kinder, die nicht frei sind von Konflikten, könnten sich

wenig um Unterricht kümmern. Deshalb sieht sie in „Faustlos" einen sinnvollen Beitrag, um das Lernklima in den Klassen zu verbessern.

In einigen Grundschulen ist das Projekt nicht unbekannt. Nun soll es auch in die Kindergärten kommen. Je früher mit Vorbeugung begonnen wird, desto besser, sagt Winkelbach. Die Mütter und Väter werden auch einbezogen, sollen in Elternabenden sogar angeleitet werden. Denn nur „starke Eltern", so formuliert es die Sozialfachwirtin, könnten ihre Kinder unterstützen, „starke Kinder zu werden". (SFF)

Für starke Kinder: Lothar Quanz (Mitte) überreicht einen Materialkoffer an Monika Winkelbach. Christiane Uhl (links) und Dirk Landau führen Willi und Schneck vor. foto: sff

PRÄVENTIONSPROJEKT „FAUSTLOS" STARTETJETZT AUCH IN DEN KINDERGÄRTEN WITZENHAUSENS


Ziel: Besser mit den eigenen Gefühlen umgehen

Witzenhausen (red/mts). Der Sprung vom Kindergarten in die Grundschulklasse fällt fast jedem Kind nicht gerade leicht: Der erste Leistungsdruck macht sich durch die nun einsetzende Beurteilug der eigenen Leistung durch die allseits bekannte Notengebung bemerkbar. Der Freundeskreis verändert sich es lebt sich durch die große Kinderzahl ein wenig anonymer als noch im wohlbehütetem Kindergarten. Doch um die Kinder an den Schulalltag zu gewöhnen und sie an den so genannten „Ernst des Lebens" heranzuführen ist es fast schon zu spät. Deshalb führten am vergangenen Wochenende im Bürgerhaus Ellerberg alle zwölf Kindergärten der Kirschenstadt zusammen mit der Grundschule Witzenhausen die Erprobung des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder zwischen null und zehn Jahren durch, um die Kleinen bereits so früh wie möglich auf die bevorstehenden Veränderungen einzustimmen. Insgesamt 24 Erzieherinnen, zwei aus jedem Kin-"8erhort, nahmen an der bezeichnenden „Faustlos"-Fortbildung teil, um zu erlernen, wie man den Kindern den Umgang mit Wut oder Ärger vermittelt ohne sie falsch zu verarbeiten.

Die Fachberaterin für kommunale Kindertagesstätten, Ute Simon, übernahm die Beratung - Christiane Uhl, Pädagogin aus Hessisch Lichtenau, die Fortbildung der 24 Erzieherinnen.

Das Projekt „Faustlos"

Als Projekt für die pädagogische Arbeit mit dem Bildungsplan wird das Thema „Kinder stark machen" im kommenden Jahr durchgeführt. Inhalt dieses Projektes ist „Faustlos", ein Programm zur Gewaltprä-vention in Kindergärten und grundschulen. Die Patenschaft inklusive eines Faustlos-Arbeits-koffers und der Fortbildung von zwei Fachkräften wurde vom Hei-

Alle 24Teilnehmerinnnen der „Faustlos"-Fonbildung auf einem Blick. Im Vordergrund: V.l. Referent/n Christiane Uhl, Monika Winkelbach, Gesamtleiterin der Städtischen Kindergärten Witzenhausen sowie der Vizepräsident des hessischen Landtages, Lothar Quantz, und Landtagsabgeordneter Dirk Landau. Die Politiker sind nicht nur vom Projekt „Faustlos" überzeugt - beide untertüt-zen es auch finanziell. Foto: Simon

delberger Präventionszentrum „Bündnis für Kinder gegen Gewalt" übernommen.

Dieses Curriculum zielt auf eine nachhaltige Veränderung des Sozialverhaltens von Kindern: Impulsives und aggressives Verhalten soll vermindert, soziale Kompetenzen sollen erhöht werden. In 51 Lektionen mit Spielen, Musik, bewegung, Rollenspiel und Meditation werden die Kinder in den Bereichen Impulskontrolle sowie Umgang mit Ärger, Wut und Gefühlen überhauptvermittelt.

Ziel ist es insbesondere, den Kindern den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule zu erleichtern, mit den erworbenen Fähigkeiten fällt es den Kindern wesentlich leichter, sich im Schulalltag einzuleben, sich mit der neuen Lebenssituation, den neuen

Bezugspersonen und den Schulkameraden besser zurecht zu kommen und sich somit besser auf das Lernen zu konzentrieren.

Die Zusammenarbeit mit der Grundschule Witzenhausen besteht seit langem und wird in der künftigen Zeit im Rahmen der Erprobung des Bildungsplans verstärkt und zukunftsweisend sein. Nicht nur die Kinder werden an die Thematik herangeführt. Die Eltern werden in Form von Elternabenden im kommenden Jahr beteiligt sein, denn nur „starke" Eltern können ihre Kinder unterstützen, Starke-Kinder zu werden. Horst-Gerhard Liese und Monika Winkelbach, Gesamtleiter der Städtischen Kindertagesstätten, planten und organisierten diese Fortbildung und erfragten finanzielle Unterstützung. Für die Erprobung des Bil-

dungsplanes und damit verbundene Projekte sagte die Stadt Witzenhausen für das kommende Jahr 2.500,- Euro zu. Den gleichen Betrag stellt Landrat Dieter Brosey aus Kreismitteln zu Verfügung. Lothar Quanz, Vizepräsident des Hessischen Landtages und Landtagsabgeordneter der SPD, finanzierte einen "Faustlos-Koffer" im Wert von 398 Euro. Der CDU-Land-tagsabgeordnete Dirk Landau spendete 100 Euro und macht sich noch für weitere finanzielle Unterstützung stark. Dank dieser spontanen finanziellen Hilfen war es möglich, diese Fortbildung nicht nur den sieben städtischen Kindergärten, sondern auch den fünf Einrichtungen aus den Ortsteilen anzubieten, die nicht an der Erprobung des Bildungsplanes teilnehmen, aber ebenfalls großes Interesse an der Erarbeitung des Themenbereiches haben, in jedem

 

„Faustlos"-Koffer sind unter anderem zwei Handpuppen enthalten, die spielerisch für Konfliktbewältigungen eingesetzt werden können. „Der wilde Willy", ein gescheckter Hund, spielt dabei eine aggressive, „Schneck", die Schnecke, eine sensible Rolle. Beide Figuren haben ihre Eigenarten und drücken grundverschiedene Verhaltensweisen aus: Während sich der gutmütige „Schneck" bei verbalen Angriffen schon mal in sein Schneckenhaus verkriecht, ist „der wilde Wilde" ein permanenter Störenfried.

Trotzdem müssen die zwei Figuren miteinander auskommen. Da heisst es dann auch mal für beide: Rücksicht nehmen und Kompromisse suchen - so wie im richtigen Leben eben...


Faustlos auch im Kindergarten

Modellprojekt für mehr Zusammenarbeit

Von Stephan Strotkötter

WITZENHAUSEN. Beworben haben sie sich, den Zuschlag haben sie auch, und xwar als einzige im Werra-Meißner-Kreis, aber endgültig entschieden ist noch nichts. Ob sich die Grundschule Witzen-hausen und alle Kindergärten in ihrem Einzugsbereich am Modellprojekt des Landes zum Bildungs- und Erzie-.Mffgsplan beteiligen, wollen die Verantwortlichen erst nach dem 27. September ent-

Beworben, aber noch nicht entschieden

scheiden. Dann nämlich findet in Gießen die Auftaktkonferenz statt.

Bislang ist noch zu vieles unklar, das wurde bei einem Treffen der Leiterinnen mit dem Eschweger SPD-Land-tagsabgeordneten Lothar Quanz und Bürgermeister Günter Engel gestern deutlich. Denn mit dem Modellprojekt kommt einiges an Or-ganisations- und Dokumentationsarbeit auf die Erzieherinnen der Einrichtung zu.

-Unumstritten ist - Ziel des Plans, den Bildungsauftrag der Kindertagesstätten und ihre Zusammenarbeit mit den Grundschulen zu verstär-

ken. Denn genau das werde schon seit Jahren praktiziert und sei ihr Ziel, sind sich die Leiterinnen einig.

Skeptisch wurde gestern der neue Erlass des Innenministeriums gesehen, dass der Elternbeitrag mindestens ein Drittel der Kindergartenkos-

Steigende Beiträge befürchtet

.ten decken - mässe-.- Eine-Be-" fürchtung war, dass manche Eltern, wenn die Beiträge steigen, ihre Kinder nicht mehr in diese Bildungseinrichtung schicken.

Ganz konkret neu ins Auge fassen die Erzieherinnen eine Zusammenarbeit bei „Faustlos", einem Programm zur Vorbeugung vor Gewalt. Dazu ist allerdings ein Materialien-Koffer für Kindergärten nötig, denn bisher hat die Grundschule nur einen für Schulen. Lothar Quanz sagte zu, einen solchen Koffer zu spendieren.

Wünschenswert wäre allerdings, mehrere von diesen Koffern für Kindergärten zu haben, so Horst-Gerhard Lie-se, der Gesamtleiter der städtischen Kindergärten in der Werrastadt. Deshalb wäre man für weitere Sponsoren dankbar.

Gemeinsam für Modellprojekt: stehend von links'Monika Winkelbach (städtische Kindergärten), Bärbel Grimm (DRK-Kindergarten), Astrid Köhler (Grundschule), Horst-Gerhard Liese (Leiter der städtischen Kindergärten), Bärbel Wille (ökumenisches Kinderhaus), Ulrike Cöl-ven (Waldorfkindergarten), sitzend SPD-Landtagsabgeordneter Lothar Quanz und Bürgermeister Günter Engel. FOTO:STK


Zweijährige in die Kita

Neuer Weg in Witzenhausen - Drittes Jahr wird gebührenfrei •

WITZENHAUSEN. Die Stadt will ihre Kinderbetreuungs-angebote konsequent ausbauen. Künftig sollen auch Kinder unter drei Jahren einen Kindergarten besuchen können.

Das beschloss die Stadtverordnetenversammlung. - Kinder vom 1. Lebensjahr bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres können eine Krabbelgruppe besuchen. -- Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr können schon in eine Kindergartengruppe aufgenommen werden - wenn die Kapazitäten ausreichen.

Nach Angaben der Verwaltung liegen Anfragen zur Einführung von altersübergreifenden Gruppen vor. Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren werde heute allgemein als gesellschaftspolitische Notwendigkeit angesehen. Mit dem neuen Weg, so Birgit Ackermann (SPD), schlage man mehrere Fliegen mit einer Klappe: Für die Krabbelgruppen gebe es War-

telisten, während sich für die Kindergärten freie Plätze abzeichnen. Auch im Sinne der Sicherung von Beschäftigung im sozialen Bereich sei dies ein Ausgleich. Wegen erhöhten pflegerischen Aufwandes wird die Kindergartengebühr für die ganz jungen mit einem Aufschlag vor! 25 Prozent belegt.

Gute Nachricht für Eltern: Die bereits 2004 angekündigte Gebührenbefreiung für Kinder im 3. Kindergartenjahr ist unter Dach und Fach. Dazu wurde eine Satzungsänderung beschlossen._Betroffen sind alle Kinder, die zum 30. Juni das fünfte Lebensjar vollenden und im Folgejahr 'schulpflichtig werden!

Die Stadt lässt sich dies pro Jahr 170 000 Euro kosten. Dies entlaste eine Familie pro Kind um rund 1100 Euro.

Einen   weitergehenden Vorstoß gab es von der FWG -sie   wollte   ab 2007   für   alle Kinder ab drei Jahren      eine Gebührenermäßigung von 50 Prozent. Für  Bürgermeister   Engel wünschenswert,   aber   teuer: dies hätte der Stadt 430 000 Euro gekostet.

Die CDU-Fraktion mochte auch die Befreiung für das 3. JCindergartenjahr nicht mittragen: Angesichts der finanziellen Situation der Stadt, so Volker Krips, sei das nicht vertretbar. (WKE)

Kindergarten einmal anders: Die Kinder des Wichtelschlösschens aus Ermschwerd durften eine neue Drehleiter der Feuerwehr besteigen. foto: archiv


Auch Eltern dürfen Fehler machen

Aufatmen nach dem Elternabend im Bürgerhaus

Von HEIDITRAEGER

• Witzenhausen. Klassische Elternabende finden für jede Kindergartengruppe oder jede Schulklasse einzeln statt. Der hessische Bildungsplan, bei dessen Erprobung Witzenhausen aufgrund seiner sogenannten Tandem-Größe (insgesamt acht Projektpartner, der MARKTSPIEGEL berichtete) eine führende Stellung einnimmt, sieht jedoch vor, den Kontakt zwischen allen Institutionen und Personen zu verbessern, die an der Erziehung von null bis zehn Jahre alten Kindern beteiligt sind. Am 31. Januar trafen sich daher rund 140 Eltern, die entweder ein Kind in einem der sieben Witzenhäuser Kindergärten oder in der Grundschule haben, zu einem gemeinsamen Elternabend mit Erzieherinnen und Lehrkörpern im Bürgerhaus. „Starke Kinder brauchen starke Eltern" war Thema des Abends, der vom Tandem organisiert und vom Rotary Club Eschwege unterstützt wurde.

Wie aber sollen Eltern ein starkes Vorbild sein und die Kleinen stark fürs Leben machen, wenn sie selbst vor allem eins sind: stark verunsichert? Im Verlauf ihres lebensnahen Vor-trags sorgte die Darmstädter Diplom-Pädagogin Gabriele Gebhardt bei vielen Eltern einerseits für Nachdenklichkeit,

(Vo.li.)Monika Winkelbach, Bärbel Wille und Astrid Köhler (r.) vom Bildungs-Tandem Witzenhausen freuten sich, Gabriele Gebhardt (3.v.l.) am Elternabend als Referentin begrüßen zu dürfen. Foto:Traeger

andererseits aber auch für sichtliche Entspannung. Eltern dürfen Fehler machen, müssen nicht perfekt sein, beruhigte die Erziehungsberaterin und empfahl, wieder mehr dem eigenen Gefühl anstatt diversen Erziehungsratgebern zu vertrauen. Der Schlüssel zur Stärke sei Selbstvertrauen, betonte Gebhardt und erläuterte: "Sowohl die Entwicklungspsychologie als auch die Hirnforschung haben bewiesen, dass Bindung und Beziehung dafür die wichtigsten Grundlagen sind." Um die herzustellen brauche das Kind nicht unbedingt sehr viel Zeit mit den Eltern, sondern vor allem wertvolle Qualitätszeit, in der El-

tern aktiv zuhören und wirklich auf das Kind eingehen. Psychisch stabil, neudeutsch auch resilient, werden Kinder, wenn drei Grundbedürfnisse, Gebhardt nennt sie „Hunger", im Gleichgewicht sind und angemessen befriedigt werden: Reize, Struktur/Orientierung und Beziehung/Zuwendung. Oft kommen Nahreize/eigene Erfahrungen heutzutage zugunsten von Fernreizen/Ferksehen, Computer zu kurz. Auch das Thema Lernen kam zur Sprache. Am schnellsten und besten lernen Kinder in „emotional besetzten Situationen", also wenn zum Beispiel der naturbegeisterte Opa auf einem entspannten Waldspaziergang die Bäume erklärt. Der gleiche Spaziergang, vom Vater als Technikfreak nur pflichtschuldig absolviert, bewirkt meistens wenig. Denn, bildlich ausgedrückt: Wo keine Flamme brennt, kann auch kein Funke überspringen. Und wenn's mit dem Lernen doch mal hapert: Ursachen klären, bei Legasthenie oder Rechenschwäche möglichst früh eine Therapie beginnen, aber bitte nie vergessen, dass jedes Kind Stärken hat. Fördern und loben Sie diese Stärken und vor allem die Mühe, die es sich gibt und nicht nur das Ergebnis. Dann behält es die Freude am Lernen und wird auch seine


Zwei ist noch lange nicht drei

Erste Erfahrungen mit jüngeren Kindergartenkindern trotz des Mehraufwandes positiv

REICHENSACHSEN. Es ist lediglich ein Jahr Unterschied. „Doch das Gefalle in der Entwicklung ist gewaltig", hat die stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte Wilde Wich-tel in Reichensachsen, Edith Kiebach, schnell festgestellt. Seit diesem Jahr tummeln sich in den bunten Räumen auch Kinder, die unter drei Jahren alt sind. Und die stellen die zehn Erzieher vor ganz neue Herausforderungen.

Drei Neuzugänge im Alter von zwei Jahren verzeichnen die Wilden Wichtel. „Wir müssen nun etwas umbauen. Zweijährige brauchen viel mehr Ruhe", so Kiebach, die sich momentan wie ihre Kollegen einer Fortbildung zu diesem Thema unterzieht. „Das Thema wird immer wichtiger. Schon jetzt haben wir viel mehr Anfragen als wir tatsächlich aufnehmen können." Auf insgesamt fünf Kinder wächst die Zahl der Jüngsten noch bis zum Sommer an. „Dann ist erst mal Schluss", weiß Kiebach um die Zahl der Genehmigungen. „Wir können uns aber vorstellen, die Plätze zu erhöhen."

Erste Erfahrungen positiv

Denn die Erfahrungen mit der neuen Altersstufe sind durchweg positiv. „Die Kinder fühlen sich hier wohl. Und außerdem entdecken die Älteren ihren Beschützerinstinkt und umsorgen die Kleinsten liebevoll", schmunzelt Kiebach, die oftmals dafür Sorge tragen

Eine saubere Sache: Die Integration der unter Dreijährigen läuft in Reichensachsen prima. Foto: Schäfer

muss, dass die Zuwendung zu den Zweijährigen nicht übertrieben wird.

Es wird sich nun einiges für die Etablierten ändern: „Die Jüngeren machen noch fast alles im Liegen. Wir brauchen hier in der Gruppe neue Böden und zusätzliche, für die

Altersstruktur    angemessene Spielsachen."

Die Betreuung bedarf auch einigen Mehraufwandes: „Die Kleineren müssen früher essen und öfter schlafen", so Kiebach, die aber wie ihre Kollegen versucht ist, aufgrund der neuen Situation die ande-

ren Kinder nicht zu vernachlässigen. Doch sie ist sich sicher, dass der Trend zu dem früheren Eintritt nicht mehr umzukehren ist. „Es wird immer mehr nachgefragt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir bald eine zweite Gruppe eröffnen werden." (mz)


Acht auf dem Tandem

Sozialministerin Silke Lautenschläger besuchte Ökumenisches Kinderhaus

von sarah richter

WITZENHAUSEN. Wenn die Handpuppe Willi - ein Hund -weint, dann ist sie traurig. Und wenn die Handpuppe Schneck - eine Schnecke -lacht, dann ist sie glücklich. Klingt einfach. Ist es aber nicht - zumindest, wenn man zwei Jahre alt ist und erst lernen muss, unterschiedliche Gefühle zu erkennen und zu benennen. Von der erzieherischen Arbeit, die mit dieser Erkenntnis verbunden ist, berichteten Erzieher und Grundschullehrer gestern der hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger.

„Wir wollen Kinder stark machen, um ihnen den Übergang zur Schule zu erleichtern."

ASTRID KÖHLER

GRÜNDSCHULE

WITZENHAUSEN

Als Hauptinitiatorin besuchte sie das Ökumenische Kinderhaus in Witzenhausen, unter der Leitung von Pfarrer Christof Steinert, und informierte sich über die Ergebnisse des Bildungs- und Erziehungsplans, den Erzieher und Lehrer in Witzenhausen in den vergangenen 14 Monaten gemeinsam in die Tat umge-

•.zt haben. Auf Probe.

Tandem lautet das Prinzip, nach dem das Ökumenische Kinderhaus sowie sechs weitere Kindergärten und die Grundschule Witzenhausen eng zusammenarbeiteten. Erzieher und Lehrer besuchten Fortbildungen, übten sich im

Erfolge und Stolpersteine: (Hinten von links) Astrid Köhler, Kita-Fachberaterin Gerda Brückmann, Landrat Stefan Reuß, Kinderhaus-Leiterin Bärbel Wille, Heike Hofmann-Salzer (Hessisches Sozialministerium) und Christof Steinert berichteten mit Kindern des Ökumenischen Kinderhauses Sozialministerin Silke Lautenschläger (vorn) von der Erprobungsphase. Foto: Richter

Austausch untereinander sowie mit den Eltern, organisier^ ten Kennenlerntage, gemeinsame Sport- und Weihnachtsfeste. Und das alles unter dem Motto: „Wir wollen Kinder stark machen, um ihnen den Übergang vom Kindergarten zur Schule zu erleichtern."

Konflikte umgehen

Dabei seien laut Astrid Köhler, Leiterin der Grundschule in Witzenhausen, vor allem soziale und emotionale Kompetenzen wichtig. Um diese bei den Kindern zu fördern, konzentrierte sich die Tan-

Stolpersteine auf dem Weg

dem-Arbeit auf das Projekt Faustlos.

Anhand von Regeln und Lösungsstrategien sollten die Kinder lernen, sich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen und mit Konflikten konstruktiv umzugehen.

Ein Projekt, das bereits erste Früchte trage: „Die Schulanfänger, die im Kindergarten mit Faustlos gearbeitet haben, können ihre Gefühle oftmals besser erläutern und verarbeiten als ihre Klassenkameraden", sagte Astrid Köhler. Außerdem betonte sie, dass die gegenseitige Wertschätzung

HINTERGRUND

generell zugenommen habe -auch zwischen Kindergärten und Schule. Soweit die Erfolge.

Dass die vorläufige Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplans nicht nur Zeit, sondern auch Geld gekostet habe, darauf machte Ulrike Cölven, Leiterin des Waldorfkindergartens, aufmerksam.

Silke Lautenschläger nickte und versprach - begeistert von der bisherigen Arbeit des Wit-zenhäuser Tandems - zumindest für den geplanten pädagogischen Tag ihre Unterstützung.

WITZENHAUSEN. Als die hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger gestern in Witzenhausen war, nannte Ulrike Cölven, Leiterin des Waldorf-

• kindergartens in Witzenhau-sen, stellvertretend für das Tandem Stolpersteine, auf die

sie in der Erprobungsphase des Bildungs- und Erziehungsplans gestoßen seien:

 • Personahnangel: Für Tagun-

genen/Fortbildungen musste Vertretungspersonal eingestellt werden.

• Zeit: Fortbildungen und das Ausfüllen von Beobachtungs-

bögen kosteten Zeit, die anschließend für die Kinderbetreuung fehlte.

• Finanzierung:   Bei   Fortbildungen fielen Anfahrts- und Vertretungspersonalkosten an.

• Klassen-/Gruppengröße: Um allen betreuten Kindern gerecht zu werden, müssten die Gruppen verkleinert werden.

• Terminvergabe: Fortbildungstermine waren oft unpassend gewählt, zum Beispiel am 6. Dezember, als in den Kindergärten und Schulen Nikolausfeiern anstanden, (ric)

Plan: Kinder früh und individuell fördern

Der Bildungs- und Erziehungsplan wurde vom hessischen Kultusministerium und dem Sozialministerium herausgegeben, um Kinder in den ersten zehn Lebensjahren individuell zu fördern.

Seit Mai 2005 wird der Bildungs- und Erziehungsplan in ausgewählten Kindergärten und Grundschulen erprobt, die Tandems bilden und somit eng zusammenarbeiten. Die Jüngsten sollen schon im Kindergarten stark gemacht

werden, damit ihnen der Übergang in die Grundschule nicht so schwer fällt. Hessenweit gibt es inzwischen mehr als 40 Tandems. Das Witzen-häuser Tandem zähle dabei zu den größten in Hessen, da sich in den meisten Städten nur ein bis zwei Kindertagesstätten daran beteiligen.

Nach der Erprobungsphase soll der Bildungs- und Er-ziehungsplan in Hessen bald flächendeckend eingeführt werden, (ric)